Humane Milcholigosaccharide - eine Perspektive für Frühgeborene zum Weltfrühchentag

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14.11.2019 Humane Milch-Oligosaccharide – eine Perspektive für Frühgeborene zum Weltfrühchentag

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jedes Jahr weltweit 15 Millionen Babys zu früh geboren. In Deutschland sind es jährlich ca. 65 000. Diese Frühgeborenen oder so genannten Frühchen sind aufgrund des noch unterentwickelten Immunsystems anfälliger für Infektionskrankheiten und neigen häufig auch zu Entzündungen des Gastrointestinaltraktes. Diese gastrointestinalen Infektionen können eine so genannte nekrotisierenden Enterokolitis (NEK) hervorrufen, welche schwere Schädigungen der Organe nach sich zieht und bis zum Tod der Kinder führen kann.

Behandelt werden kann diese Erkrankung mit Breitbandantibiotika oder einem chirurgischen Eingriff, dem jedoch lebenslange Komplikationen folgen können. Dass auch Muttermilch vor NEK schützen kann, haben unlängst wissenschaftliche Studien belegt. Es stellte sich heraus, dass Frühgeborene, die mit Muttermilch ernährt werden, seltener hieran erkranken als Babys, die herkömmliche Säuglingsnahrung zu sich nehmen. Die herkömmliche Säuglingsnahrung unterscheidet sich von der Muttermilch dadurch, dass letztere humane Milch-Oligosaccharide (HMOs) enthält, welche im Milchpulver nicht vorkommen. Humane Milch-Oligosaccharide sind komplexe Zuckermoleküle; es sind ca. 200 strukturell unterschiedliche HMOs bekannt. Nach Fetten und Lactose bilden sie den drittgrößten Anteil der menschlichen Muttermilch und sie kommen in dieser Komplexität und Menge nur in humaner Milch vor. Muttermilch enthält zwischen fünf und 25 Gramm HMOs pro Liter

Wissenschaftliche Studie haben nachgewiesen, dass diese natürlichen Zucker verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen für Säuglinge haben. Sie sind präbiotisch, können das Risiko für Infektionskrankheiten, wie z.B. Norovirusinfektionen senken und fördern die neuronale Entwicklung der Neugeborenen. Zudem haben HMOs einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems und die Barrierefunktion des Darmepithels, was wiederum eine wichtige Rolle beim Schutz vor der nekrotisierenden Enterokolitis bei Frühgeborenen spielt. In diesem Zusammenhang konnte in Tiermodellen nachgewiesen werden, dass spezifische HMOs, wie 2‘-Fucosyllactose und Disialyllacto-N-tetraose, die ebenfalls in der Muttermilch vorkommen, diese schädliche Darmerkrankung von Frühgeborenen abwenden können.

Das bedeutet, dass vor allem gestillte Babys und Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, von den positiven gesundheitlichen Auswirkungen dieser Zuckermoleküle profitieren können. Seit vier Jahren gibt es jedoch auch eine Formulanahrung, die u.a. 2‘-Fucosyllactose enthält und auch nicht gestillten Babys damit den Vorteil von HMOs zugutekommen lässt. Für Frühchen, die keine Muttermilch bekommen können, bietet sich mit den jüngst entdeckten positiven Eigenschaften von HMOs auf die Verringerung des Risikos an NEK zu erkranken eine Perspektive zur Abwehr dieser teils lebensbedrohlichen Darmerkrankung.